- Personalvermittler verlangen in der Regel eine Provision von zwei bis drei Bruttomonatsgehältern, für höher qualifizierte Stellen auch deutlich mehr.1 Für einen Gesellen sind das schnell 8.000 bis 12.000 €.
- Stellenanzeigen kosten zwischen 0 € (Jobbörse der Arbeitsagentur) und rund 1.450 bis 2.500 € je Anzeige bei großen Portalen – die Auswahl erledigen Sie selbst.9, 10
- Übernahme aus der Zeitarbeit: Die Vermittlungsgebühr darf nach der Rechtsprechung höchstens rund zwei Monatsgehälter betragen und muss mit der Dauer der Überlassung sinken.7, 8
- Nachbesetzungsschutz: fester Jahresbeitrag ab 349 €, im Leistungsfall eine feste Selbstbeteiligung von 500 bis 1.000 € – unabhängig vom Gehalt.
Die Wege der Personalsuche im Überblick
| Weg | Kostenmodell | Typische Kosten | Wann fällig? | Wer sucht und wählt aus? |
|---|---|---|---|---|
| Eigene Suche mit Stellenanzeigen | Preis je Anzeige oder je Klick | 0 € bis ca. 2.500 € je Anzeige | bei Schaltung, unabhängig vom Erfolg | der Betrieb selbst |
| Personalvermittlung | Erfolgsprovision | meist 2–3 Bruttomonatsgehälter | bei Abschluss des Arbeitsvertrags | der Vermittler |
| Personalberatung / Headhunter | Honorar, oft in Raten | Ø 27,5 % des Zieleinkommens (vor allem Führungspositionen) | teils schon bei Auftragserteilung | die Beratung, meist exklusiv |
| Zeitarbeit mit Übernahme | Stundensatz, bei Übernahme Vermittlungsgebühr | bis rund 2 Monatsgehälter, sinkend | laufend; Gebühr bei Übernahme | der Verleiher |
| Nachbesetzungsschutz (HUNTWORKER) | Jahresbeitrag plus feste Selbstbeteiligung | ab 349 € / Jahr, Selbstbeteiligung 500–1.000 € | Beitrag jährlich, Selbstbeteiligung im Leistungsfall | HUNTWORKER |
Personalvermittlung: Provision vom Gehalt
Ein Personalvermittler arbeitet in der Regel auf Erfolgsbasis: Bezahlt wird nur, wenn durch seine Vermittlung ein Arbeitsvertrag zustande kommt – rechtlich ist das ein Maklervertrag (§ 652 BGB).4 Die Provision richtet sich nach dem Gehalt der vermittelten Person. Das Kompetenzzentrum Fachkräftesicherung des Instituts der deutschen Wirtschaft nennt als Richtwert zwei bis drei Bruttomonatsgehälter, je nach Qualifikationslevel auch deutlich mehr.1
Zwei Gerichtsentscheidungen zeigen, worauf es in der Praxis ankommt:
- Fällig mit dem Vertrag, nicht mit dem ersten Arbeitstag. Das Oberlandesgericht München entschied 2026, dass der Vergütungsanspruch mit Abschluss des vermittelten Arbeitsvertrags entsteht – auch wenn die Kandidatin die Stelle nie antritt. Im Fall ging es um 28 % eines Jahresgehalts von 42.000 €, rund 13.900 € inklusive Umsatzsteuer.5
- Der Betrieb trägt das Risiko. Eine Klausel, nach der ein Mitarbeiter die Vermittlungsprovision erstatten muss, wenn er früh wieder kündigt, ist laut Bundesarbeitsgericht unwirksam. Im entschiedenen Fall betrug die Provision rund 6.700 €, zu zwei Dritteln bei Vertragsschluss und zu einem Drittel nach der Probezeit fällig.6
Geht die eingestellte Fachkraft in der Probezeit wieder, sehen die Grundsätze des Beraterverbands BDU üblicherweise eine Nachbesetzungszusage vor.3 Ob und wie lange eine solche Zusage gilt, steht aber im jeweiligen Vertrag – prüfen Sie das vor der Unterschrift.
Headhunter und Personalberatung
Klassische Personalberatungen („Executive Search“) arbeiten meist mit Exklusivauftrag und berechnen ihr Honorar in Raten, die erste oft schon bei Auftragserteilung. Laut Bundesverband Deutscher Unternehmensberatungen lag das durchschnittliche Honorar 2024 bei 27,5 % des Zieleinkommens; die meisten Besetzungen betrafen allerdings Positionen mit 100.000 bis 150.000 € Jahreseinkommen.2, 3 Für Gesellenstellen spielt dieses Modell deshalb kaum eine Rolle, eher für Betriebsleitungen in größeren Unternehmen.
Stellenanzeigen: günstig im Einkauf, teuer in der Zeit
- Jobbörse der Bundesagentur für Arbeit: kostenlos.9
- Indeed: bis zu drei kostenlose Anzeigen pro Monat; gesponserte Anzeigen werden je Klick oder je begonnener Bewerbung abgerechnet, feste Preise gibt es nicht.10
- StepStone: Einzelanzeigen laut Preisliste von 1.449 € (30 Tage) bis 2.499 € (60 Tage) netto; Rabatte sind verbreitet.11
Der größere Kostenblock ist Ihre eigene Zeit: Anzeigen formulieren, Bewerbungen sichten, telefonieren, Gespräche führen, absagen. Das Bundesinstitut für Berufsbildung beziffert die Kosten der Personalgewinnung je extern eingestellter Fachkraft auf durchschnittlich 13.689 €, inklusive Einarbeitung; der Median liegt unter 5.700 €. Allein das Bewerbungsverfahren kostet in Kleinstbetrieben mit bis zu neun Beschäftigten im Schnitt 947 € – und dort dauert eine Nachbesetzung etwa 19 Wochen, in Großbetrieben rund 10.12
Zeitarbeit mit Übernahme
Wer einen Leiharbeitnehmer fest übernehmen möchte, zahlt dem Verleiher häufig eine Vermittlungsgebühr. Das Gesetz erlaubt eine „angemessene Vergütung“ dafür (§ 9 Abs. 1 Nr. 3 AÜG).7 Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs sind bei einer Übernahme kurz nach Beginn der Überlassung höchstens rund zwei Bruttomonatsgehälter angemessen, und die Gebühr muss mit zunehmender Dauer der Überlassung sinken.8 Bis dahin zahlen Sie den Stundensatz des Verleihers – und die Fachkraft ist nicht bei Ihnen angestellt.
Nachbesetzungsschutz: die Kosten vorher festlegen
Beim Nachbesetzungsschutz drehen Sie die Reihenfolge um: Sie zahlen einen festen Jahresbeitrag, gestaffelt nach Betriebsgröße. Kündigt eine abgesicherte Fachkraft, übernimmt HUNTWORKER die komplette Suche – Anzeigen, aktive Ansprache, Vorauswahl, Koordination der Gespräche – und berechnet nur die vorab vereinbarte Selbstbeteiligung. Die Kosten hängen nicht vom Gehalt der gesuchten Fachkraft ab.
Zur Fairness gehört auch, was das Modell nicht ist: Der Jahresbeitrag fällt auch in Jahren ohne Kündigung an. Die Selbstbeteiligung wird je Leistungsfall fällig, auch wenn die Stelle am Ende nicht besetzt wird, und eine Besetzung kann niemand garantieren. Für Betriebe, die nur sehr selten eine Stelle neu besetzen müssen, kann die eigene Anzeige deshalb günstiger sein.
Rechenbeispiel: Ein SHK-Geselle kündigt
Ein Betrieb mit acht Mitarbeitenden muss einen Anlagenmechaniker SHK ersetzen. Als Gehalt setzen wir den bundesweiten Median von 3.884 € brutto im Monat an.13
| Weg | Rechnung | Kosten (netto) |
|---|---|---|
| Personalvermittler | 2–3 Bruttomonatsgehälter à 3.884 € | 7.768–11.652 € |
| Stellenanzeige StepStone + eigene Auswahl | 1 Anzeige (30 Tage) + Ihr Zeitaufwand; bei erfolgloser Suche weitere Anzeigen | ab 1.449 € plus Arbeitszeit |
| Jobbörse der Arbeitsagentur + eigene Auswahl | kostenlose Anzeige + Ihr Zeitaufwand | 0 € plus Arbeitszeit |
| HUNTWORKER Plus (bis 10 MA) | Jahresbeitrag 599 € + Selbstbeteiligung 750 € | 1.349 € im Jahr der Kündigung |
Nicht eingerechnet sind die Kosten der Lücke selbst: Bis ein SHK-Geselle ersetzt ist, vergehen laut Bundesagentur im Median 120 Tage.14 Was das für Ihren Betrieb bedeutet, zeigt der Vakanzkosten-Rechner.
Worauf Sie bei einem Vermittlungsvertrag achten sollten
- Bemessungsgrundlage: Wird die Provision vom Grundgehalt oder vom gesamten Jahreseinkommen inklusive Zulagen berechnet?
- Fälligkeit: bei Vertragsunterschrift, bei Arbeitsantritt oder in Raten nach der Probezeit?
- Nachbesetzung: Gibt es eine kostenlose Ersatzsuche, wenn die Fachkraft in der Probezeit geht – und wie lange?3, 15
- Exklusivität und Laufzeit: Dürfen Sie parallel selbst suchen? Was gilt, wenn Sie selbst fündig werden?
- Umsatzsteuer: Sind die Beträge netto oder brutto angegeben?
Häufige Fragen
Was kostet ein Personalvermittler im Handwerk?
Üblich ist eine Erfolgsprovision von zwei bis drei Bruttomonatsgehältern, bei höher qualifizierten Stellen auch mehr. Für einen Gesellen mit rund 3.900 Euro Monatsgehalt sind das etwa 7.800 bis 11.700 Euro zuzüglich Umsatzsteuer.
Wann muss die Vermittlungsprovision bezahlt werden?
Das regelt der Vertrag. Ohne abweichende Vereinbarung entsteht der Anspruch nach einer Entscheidung des OLG München (2026) bereits mit Abschluss des Arbeitsvertrags – auch wenn die Fachkraft die Stelle später nicht antritt. Manche Vermittler vereinbaren Raten, etwa einen Teil nach der Probezeit.
Was kostet eine Stellenanzeige für Handwerker?
In der Jobbörse der Bundesagentur für Arbeit nichts. Bei Indeed sind bis zu drei Anzeigen pro Monat kostenlos, Reichweite wird pro Klick oder Bewerbung bezahlt. Eine Einzelanzeige bei StepStone kostet laut Preisliste ab 1.449 Euro netto für 30 Tage.
Was kostet es, einen Zeitarbeiter zu übernehmen?
Verleiher dürfen eine angemessene Vermittlungsgebühr verlangen (§ 9 AÜG). Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs sind bei einer frühen Übernahme höchstens rund zwei Bruttomonatsgehälter angemessen; die Gebühr muss sinken, je länger die Überlassung gedauert hat.
Was kostet eine Neueinstellung insgesamt?
Laut Bundesinstitut für Berufsbildung kostet die Gewinnung einer extern eingestellten Fachkraft im Durchschnitt 13.689 Euro einschließlich Einarbeitung; der Median liegt unter 5.700 Euro. Hinzu kommen die Kosten der Zeit, in der die Stelle unbesetzt ist.
Kosten kennen, bevor die Kündigung kommt.
Fester Jahresbeitrag ab 349 €, im Leistungsfall eine feste Selbstbeteiligung – keine Provision vom Jahresgehalt.
Quellen
- KOFA (Institut der deutschen Wirtschaft), Checkliste „Gute Personalvermittler erkennen“ – kofa.de (PDF)
- BDU, Pressemitteilung „Facts & Figures zum Personalberatungsmarkt 2025“, 27.08.2025 – bdu.de
- BDU, „Grundsätze ordnungsgemäßer und qualifizierter Personalberatung (GoPB)“, Stand Februar 2025 – bdu.de
- § 652 BGB – Entstehung des Lohnanspruchs (Maklervertrag) – gesetze-im-internet.de
- OLG München, Urteil vom 15.07.2026 – 7 U 1235/24 e – gesetze-bayern.de
- Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 20.06.2023 – 1 AZR 265/22 (Pressemitteilung 29/23) – bundesarbeitsgericht.de
- § 9 Abs. 1 Nr. 3 AÜG – gesetze-im-internet.de
- BGH, Urteil vom 10.03.2022 – III ZR 51/21, und Urteil vom 04.11.2020 – III ZR 156/19 (Vermittlungsvergütung bei Arbeitnehmerüberlassung)
- Bundesagentur für Arbeit, „So funktioniert Deutschlands größte Jobbörse“ – arbeitsagentur.de
- Indeed, „Preismodell von Indeed: Kosten für Stellenanzeigen“, Stand 30.09.2026 – indeed.com
- StepStone, Preisliste „Einzelne Stellenanzeigen“, Stand April 2026 – stepstone.de
- BIBB Report 2/2025, „Kosten der Personalgewinnung“, Juli 2025, und Pressemitteilung 23/2025 – bibb.de
- Bundesagentur für Arbeit, Entgeltatlas: Anlagenmechaniker/in SHK, Stand 31.12.2025 – web.arbeitsagentur.de
- Statistik der Bundesagentur für Arbeit, Fachkräfteengpassanalyse 2025 (Mai 2026) – statistik.arbeitsagentur.de
- Personalwirtschaft, „Arbeitnehmer muss Vermittlungsprovision nicht erstatten“, 21.06.2023 – personalwirtschaft.de
Allgemeiner Überblick ohne Gewähr, keine Rechts- oder Steuerberatung. Preise von Drittanbietern können sich ändern; maßgeblich sind die jeweiligen Verträge. Abgerufen im Oktober 2026.