Die Lage im Dachdeckerhandwerk in Zahlen
Die Bundesagentur für Arbeit führt die Dachdeckerei in ihrer Fachkräfteengpassanalyse 2025 als Engpassberuf, mit der längsten mittleren Besetzungsdauer der drei Gewerke, die wir hier vorstellen.3 Nach dem Institut der deutschen Wirtschaft gehört die Dachdeckerei zu den Handwerksberufen mit mehr als 1.000 rechnerisch fehlenden Fachkräften, und der Engpass besteht spätestens seit 2017 ununterbrochen.5
Weil die meisten Dachdeckerbetriebe klein sind, reißt jede Kündigung eine große Lücke: Fehlt einer von fünf Gesellen, fehlt ein Fünftel der Kapazität auf dem Dach. Was das kostet, rechnet der Vakanzkosten-Rechner vor.
Was verdient ein Dachdecker?
| Bruttomonatsentgelt, Vollzeit | unteres Viertel | Median | oberes Viertel |
|---|---|---|---|
| Dachdecker/in (Fachkraft) | 3.297 € | 3.783 € | 4.277 € |
| Aufsichtskräfte im Hochbau (u. a. Dachdeckermeister) | 4.378 € | 5.408 € | 6.717 € |
Als Untergrenze gilt im Dachdeckerhandwerk ein bundesweiter Mindestlohn-Tarifvertrag: Für gelernte Kräfte (Mindestlohn 2) sind es 16,60 € pro Stunde ab Januar 2026, 17,10 € ab 2027 und 17,60 € ab 2028.7 Erfahrene Gesellen liegen deutlich darüber; was in Ihrem Betrieb angemessen ist, hängt von Region, Tarifbindung und Spezialisierung ab.
Das Berufsbild
- Ausbildung: Dachdecker/in ist ein anerkannter Ausbildungsberuf im Handwerk mit drei Jahren Ausbildungsdauer, unter anderem mit überbetrieblichen Lehrgängen.8
- Fünf Schwerpunkte: Dachdeckungstechnik, Abdichtungstechnik, Außenwandbekleidungstechnik, Energietechnik an Dach und Wand sowie Reetdachtechnik.8
- Meisterpflicht: Das Dachdeckerhandwerk ist zulassungspflichtig (Anlage A Nr. 4 der Handwerksordnung).9
- Aufstieg: Dachdeckermeister/in, Techniker/in Bautechnik, Fortbildungen etwa in Energieberatung, Bauwerksabdichtung, Dämmung oder Blitzschutz.8
Warum Dachdecker so gefragt sind
Der Zentralverband des Deutschen Dachdeckerhandwerks sieht die Nachfrage vor allem in Sanierung, Photovoltaik und Dachbegrünung; der Bestandsmarkt bleibt der wichtigste Wachstumstreiber.10 Knapp die Hälfte der 2025 neu installierten Solarleistung entfiel auf Gebäude.11 Seit September 2026 dürfen Dachdecker nach einer Schulung als „elektrotechnisch unterwiesene Person“ unter Leitung und Aufsicht einer Elektrofachkraft auch PV-Module anschließen – ein zusätzliches Arbeitsfeld.12
Das Dachdeckerhandwerk zählte Ende 2025 rund 15.200 Betriebe (einschließlich Soloselbstständiger) mit knapp 62.000 gewerblichen Arbeitnehmern; der Umsatz lag nach vorläufigen Zahlen bei rund 13,5 Mrd. €.6
So läuft die Nachbesetzung mit HUNTWORKER
Kündigt ein abgesicherter Dachdecker-Geselle, Vorarbeiter oder Meister, melden Sie den Fall innerhalb von 7 Werktagen im Kundenbereich. Im Briefing klären wir:
- Schwerpunkt: Steildach, Flachdach und Abdichtung, Fassade, Solar, Begrünung
- Rolle: Geselle, Vorarbeiter/Kolonnenführer, Meister
- Höhentauglichkeit, Führerschein (ggf. für Kran oder Anhänger), Fahrtgebiet, Arbeitszeiten im Sommer und Winter
- Gehaltsrahmen im Vergleich zum Markt
Dann schalten wir Anzeigen, sprechen Dachdecker aktiv an, führen Telefoninterviews und stellen Ihnen nur passende Kandidaten vor. Eine höherwertige Nachbesetzung (z. B. Meister statt Geselle) ist im Tarif Meisterschutz ohne Aufpreis möglich; in Basis und Plus kostet sie einmalig 500 €. Details auf der Tarifseite.
Tipps: So finden Sie schneller Dachdecker
- Saison im BlickDie Suche dauert im Mittel rund fünf Monate. Wer im Herbst kündigt, fehlt sonst womöglich in der nächsten Hauptsaison – starten Sie sofort.
- Ganzjährige Beschäftigung betonenWas passiert im Winter? Klare Aussagen zu Arbeitszeitkonto und Winterarbeit nehmen Bewerbern eine große Sorge.
- Moderne Aufgaben zeigenSolar, Gründach und Fassade sprechen jüngere Fachkräfte an, ebenso Weiterbildung zum Meister oder Energieberater.
- Ausstattung nennenGerüst, Kran, Aufzug, gute Schutzausrüstung: Was die Arbeit leichter und sicherer macht, gehört in die Anzeige.
- Früh startenWas in den ersten Tagen nach einer Kündigung zu tun ist: Geselle kündigt – was tun?
Häufige Fragen
Was verdient ein Dachdecker?
Laut Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit (Stand 31.12.2025) liegt das mittlere Bruttomonatsentgelt (Median) von Dachdeckern in Vollzeit bei 3.783 Euro; die mittlere Hälfte verdient zwischen 3.297 und 4.277 Euro. Der tarifliche Mindestlohn für gelernte Kräfte beträgt 2026 16,60 Euro pro Stunde.
Wie lange dauert es, einen Dachdecker zu finden?
Nach der Fachkräfteengpassanalyse 2025 der Bundesagentur für Arbeit ist die Hälfte der gemeldeten Stellen für Dachdecker nach 155 Tagen besetzt (Median), also nach gut fünf Monaten. Im gesamten Hochbau dauerte die Besetzung zuletzt im Durchschnitt 280 Tage.
Ist Dachdecker ein Engpassberuf?
Ja. Die Bundesagentur für Arbeit führt die Dachdeckerei in ihrer Fachkräfteengpassanalyse 2025 als Engpassberuf. Nach dem Institut der deutschen Wirtschaft besteht der Engpass spätestens seit 2017 ununterbrochen.
Dürfen Dachdecker Photovoltaikanlagen anschließen?
Nach der neu gefassten PV-Verbändevereinbarung (seit 1. September 2026) dürfen geschulte Dachdecker als elektrotechnisch unterwiesene Person unter anderem den Anschluss der PV-Module übernehmen – unter Leitung und Aufsicht einer Elektrofachkraft.
Ihre Dachdecker absichern, bevor jemand kündigt.
Fester Jahresbeitrag ab 349 €, im Leistungsfall nur die vereinbarte Selbstbeteiligung – keine Provision vom Jahresgehalt.
Quellen
- Bundesagentur für Arbeit, Entgeltatlas: Dachdecker/in, Stand 31.12.2025 – web.arbeitsagentur.de/entgeltatlas/beruf/129406
- Bundesagentur für Arbeit, Entgeltatlas: Dachdeckermeister/in (Aufsichtskräfte Hochbau), Stand 31.12.2025 – web.arbeitsagentur.de/entgeltatlas/beruf/4038
- Statistik der Bundesagentur für Arbeit, Fachkräfteengpassanalyse 2025 (Mai 2026), Berufsgattung 3214 – statistik.arbeitsagentur.de
- Statistik der Bundesagentur für Arbeit, Gemeldete Arbeitsstellen nach Berufen (Engpassanalyse), Deutschland, Berichtsmonat 09/2026 (Zeitraum 10/2025–09/2026), Berufsgruppe 321 Hochbau – Tabelle (xlsx)
- KOFA Kompakt 7/2026 „Fachkräftesicherung im Handwerk“, Institut der deutschen Wirtschaft, Juni 2026 – kofa.de (PDF)
- ZVDH, Steckbrief „Das Dachdeckerhandwerk in Zahlen“, Stand März 2026 – dachdecker.org
- IG BAU und ZVDH, Tarifergebnis Mindestlohn im Dachdeckerhandwerk 2026–2028 – igbau.de (PDF)
- BERUFENET der Bundesagentur für Arbeit: Dachdecker/in – web.arbeitsagentur.de/berufenet/beruf/129406
- Handwerksordnung, Anlage A (zulassungspflichtige Handwerke) – gesetze-im-internet.de
- ZVDH, „Geschäftsbericht 2025 veröffentlicht“, 19.06.2026 – dachdecker.org
- Bundesnetzagentur, Pressemitteilung zum EEG-Ausbau 2025, 08.01.2026 – bundesnetzagentur.de
- ZVEH, „Vereinbarung zur Installation von PV-Anlagen erweitert und neu gefasst“ – zveh.de
Median: Hälfte der Werte darüber, Hälfte darunter. Durchschnitt (arithmetisches Mittel) der Vakanzzeit: Ø aller abgeschlossenen Vakanzen; er liegt wegen langer Einzelfälle deutlich über dem Median. Für die Dachdeckerei allein weist die Statistik keinen Durchschnitt aus, nur für den Hochbau insgesamt. Abgerufen im Oktober 2026.